Karthago im Altertum
Karthago leitet sich aus dem phönizischen „Kart Hadasht“ ab, was „Neue Stadt“ bedeutet. Die historische Stadt Karthago lag beim heutigen Tunis (Tunesien) an der Meerenge zwischen Afrika und Sizilien. Sie wurde im 9. (evtl. 8.) Jahrhundert v. Chr. als Kolonie der phönizischen (im heutigen Libanon gelegenen) Stadt Tyros gegründet, wurde später unabhängig und entwickelte sich zum Zentrum einer blühenden Handels- und Seemacht – ebenfalls Karthago genannt –, die über lange Zeit den Mittelmeerraum beherrschte. Die Karthager kamen zunehmend mit dem expandierenden römischen Reich in Konflikt. Nach langen kriegerischen Auseinandersetzungen auf europäischem und auf afrikanischem Boden wurde die Hauptstadt Karthago um 146 v. Chr. von römischen Truppen total zerstört. Über hundert Jahre später entstand die Stadt als römische Kolonie wieder. Das römische Carthago wurde im Zuge der „Islamischen Expansion“ von den Arabern bedrängt und 698 n. Chr. erobert und verwüstet. Heute liegen die Ruinen in einem Stadtteil von Tunis und ziehen Archäologen und Touristen an.
Bekannt ist der Feldzug des karthagischen Feldherrn Hannibal, der 218 v. Chr. im Zweiten Punischen Krieg mit einem grossen Heer und 37 Kampfelefanten von Spanien her über die Alpen nach Italien vordrang. Er griff die Macht der Römer an und konnte zeitweise grosse militärische Erfolge verzeichnen.


